Dinge, nach denen es im Motorradhelm riecht

Ihr kennt das: Fahrt so mit dem Moped durch die Gegend und in eurem Helm riecht es plötzlich ganz sonderbar. Ihr könnt euch auch gar nicht erklären, wieso es mitten bei der Fahrt auf der Autobahn nach Essen riecht.

Dies sind die Gerüche, die ich in den letzten Wochen wahrgenommen habe. Die Reihenfolge ist nicht immer richtig, aber durchaus manchmal.

  • Aceton
  • Gülle
  • Ammoniak
  • Schweiß. So richtig fieser.
  • Gurkensalat
  • Gulasch
  • Zwiebeln, auch Zaziki
  • Zwiebelsuppe
  • Champignon-Rahmsoße
  • Algen/Schlick
  • Limburger

Ist es nicht erstaunlich, wie oft es in meinem Helm nach Essen riecht?
Vielleicht sollte ich mal zum Arzt gehen…

Frisch geknipst

Puh, ganz schön staubig hier! *durchfeudel*

Ich dachte mir, ich könnte euch mal davon berichten, was sich bei mir in Sachen Fotografie Neues getan hat.
Zum Einen habe ich meine Kamerasammlung ein wenig aufgestockt. Der Counter zeigt jetzt 15 analoge Kameras an. Das neueste Schmuckstück ist eine Olympus 35-SP, das Lieblingsschätzchen die Fisheye #2 – oder vielleicht doch die Lomo LC-A+? Ich kann mich nicht entscheiden.
Zudem habe ich mir ein paar ganz tolle Farb- und Splitfilter für meine Holga 120- CFN bestellt, jedoch dachte ich nicht an die Halterung für die Filter. Die liegt nun aber beim Olli bereit und wartet auf mich.
Ich habe auch mal wieder zwei Diafilme gecrosst. Die lasse ich aber zukünftig gleich im Labor scannen, weil meine Scansoftware sich leider nicht so gut konfigurieren lässt, um die fehlende Orangeebene des Diafilms gegenüber eines Negativfilms zu kompensieren. Wer genauer wissen will, wovon ich eigentlich gerade rede, kann mal nach Cross Processing googlen oder mich einfach dazu nötigen, dass ich eine Podcast-Episode über Fotografie aufzeichne ^_^
Ich freue mich nun auf die baldigen Sommerferien, ganz viele Ausflüge und hoffentlich viele schöne, bunte, blöde, verstörende Fotos!
Bis dahin sind das hier meine aktuellesten analogen “Werke”:

Und auch digitale Fotos sind na-tür-lich neu entstanden. In den vergangenen Monaten habe ich mit im Wesentlichen mit Band- und Hochzeitsfotos befasst. Aber es sind auch wie immer diverse Tiere dazwischen:

 

Alles Weitere findet ihr wie immer in meinem Flickr-Fotostream, auf meiner Lomo-Wall und bei Facebook!

Quergeist – eine Nonmention

Die Frage ist: Kann man zum Querdenker werden oder ist man dazu veranlagt und muss dieses Talent oder diese, mh, Verhaltensart schlicht weiterentwickeln?
Reden wir hier von einer Charaktereigenschaft oder einer Form von Temperament, Persönlichkeit?

Ich kann nicht sagen, ob ich seit meiner Kindheit eine Art von Querdenker bin.
Du warst es.
Du bist es.
Du erzähltest mir einst davon, wie du im frühen Kindesalter bei einem Kinderpsychologen warst, weil du nichts hingenommen hast, wie es war, sondern alles ausdiskutieren wolltest.
Bewundernswert. Erschreckend. Schön und furchtbar.

Wann immer ich ein Gespräch mit dir führte – ich könnte auch jetzt keinen Ausdruck dafür finden, wie ich mich wirklich gefühlt habe -, fühlte ich mich dir geistig um Welten unterlegen. Wo auch immer ich mich in Gedanken oder einer Unterhaltung befand, lagst du doch viele Schritte vor mir. Deine Gedanken breiteten sich in Überschallgeschwindigkeit aus und man konnte dir nicht folgen. Jeden Satz begleitetest du mit deinem besonderen Lächeln und dem charakteristischen Ausdruck in deinen Augen. Nicht verspottend, nicht übertrumpfend. Vielleicht auf eine Art und Weise ungeduldig wartend auf die nächste Antwort, die du geben könntest, um einen weiteren Denkvorsprung einzuheimsen. Anregend, intensiv und mitten in den Kopf deines Partners, deines Gegners, hinein.
Ich hasste es, doch ich bewunderte dich.

“Du musst diplomatischer werden”, sagtest du. Es ist 9 Jahre her.
Diesen Satz werde ich niemals vergessen, denn er war sicher einer der bedeutensten Sätze, die jemals ein Mensch zu mir gesagt hat.
Mit diesem Satz im Hinterkopf habe ich mein Leben danach ausgerichtet, meine Umwelt nicht stur hinzunehmen und zu bewerten, sondern ihr möglichst objektiv und wertfrei zu begegnen. Ich habe gelernt, anderen Menschen ihre Meinungen zu gönnen und sie nicht mit irrationalen Pseudoargumenten auszustechen.
Ich habe gelernt, alles, was ich sagen möchte, sei es auch negativer Natur, so auszudrücken, dass es mir niemand übelnehmen könnte; resultierend im Vorteil, dass ich mich selten streite. Nicht, weil ich mich zurücknehme, sondern, weil ich niemandem zu nahe trete und niemanden mit meinen Worten verletze.
Und nicht zuletzt versuche ich, so viel wie möglich zu hinterfragen und immer eine Ecke weiter zu gehen; kritisch zu sein, skeptisch zu sein. In die Tiefe zu gehen und über den Tellerrand hinwegzusehen.

Ich verabscheue deinen Quergeist, doch gleichzeitig bewundere ich ihn.
Und manchmal fehlt es mir, die Köpfe mit dir zusammenzustecken.
Ich habe dir für nichts weiter zu danken, aber ich danke dir dafür, dass du meinen Geist herausgefordert hast.

Menschen

Du triffst Menschen. Menschen, die du kennst, oder kennenlernst, oder weder das eine noch das andere; an denen du vorbeigehst, auf der Straße, in der U-Bahn. Menschen, die du so gern kennen würdest, in die du vernarrt bist, die dich beständig verfolgen wie ein Phantom.

Diese Menschen lassen dich Bücher kaufen, über die du mit ihnen geredet hast, oder die sie verfasst haben, oder die sie schlichtweg mögen, denn diese Menschen inspirieren dich, verdrehen dich, beflügeln dich und du möchtest dich bilden in dem Metier, das dich an ihnen so anregt und vielleicht träumst du auch von ihnen.

Menschen können so wunderbar sein.

Manche sind es wirklich. 

Zitat

“Wir haben allen Grund, am Verstand der Menschen zu zweifeln. Unendlich große Aufgaben liegen vor uns. Der Weltraum öffnet sich uns. Wir könnten hinausgehen zu den anderen Planeten, vielleicht sogar zu den anderen Sternen! Mit den vielen Milliarden, die für die Rüstung ausgegeben werden, könnte die Erde in einen blühenden Garten verwandelt werden. Es brauchte niemanden mehr auf der Erde zu geben, der hungert. Doch wir Menschen tun nicht das, was uns die Vernunft eigentlich eingeben müsste. Wir erfinden immer schrecklichere Waffen und bilden uns dabei ein, dass sie dem Frieden dienen.”

aus “Science-Fiction Dokumente – Orbit Challenger

Zeitgemäße Liebe

Montagmorgen, kurz nach 8.
Ich öffne Facebook.
“XY nimmt an Veranstaltung Bla teil” – irgendwas mit Polyamorie. Und plötzlich drängt sich der Gedanke wieder auf, der in den letzten wenigen Jahren immer mal wieder entstanden ist: ist monogame Liebe eigentlich noch zeitgemäß?

Das ist in erster Linie kein Gedanke, der aus mir persönlich heraus kam. Ich fand meine monogamen Beziehungen immer völlig normal und würde an dem Konzept für mich nichts ändern wollen. Man muss eben vielleicht mit der Einschränkung leben, dass man für den Rest seines Lebens nur noch diese eine Person küsst, wenn dort die “Grenze des Duldbaren” ist.
Dieser Gedanke kam vielmehr von außen, durch Unterhaltungen mit anderen Menschen, die eine andere Form von Beziehungsführung ausleben.
Gegen das Konzept “mehrere Menschen lieben” habe ich nichts einzuwenden. Ich behaupte nicht, dass es nicht möglich sei, aufrichtige Gefühle für mehr als eine Person zu haben. Nein, ich denke, dass das wirklich noch die kleinste Hürde ist.
Was mich am Prinzip Polyamorie oder Polygamie stört ist, wie die Menschen, die diesen Weg gehen, den “Ottonormalliebenden” wie wir gegenüberstehen.
Bist du in einer monogamen heterosexuellen Partnerschaft? Igitt, wie 1960 bist du denn? Das ist doch vergeudete Sexenergie!
Halten wir fest: Monogamie ist out. Wer weltoffen sein will, hat gefälligst mehrere Partner zu haben; so hat jeder ganz viel Spaß und niemand stellt Besitzansprüche. Achso, und die so genannten “Heten-Ehen” sollten ja konsequent abgeschafft werden. Homosexuelle sollen heiraten, aber Heteros sollten sich ihre sexuelle Energie bitte lieber dafür aufsparen, mit möglichst vielen Menschen zu “verkehren” – abgesehen davon, dass Heterosexualität wiederum auch alles Andere als weltoffen ist.

An dieser Stelle möchte ich bitte untermauern, dass auch diese nicht meine Gedanken sind, sondern ich gerade reine Satire betreibe. Vielleicht auch Polemik, das will ich nicht abstreiten. Denn diese Art von Diskussion hatte ich in letzter Zeit nicht nur einmal und ich fasse es nicht, was mir damit eigentlich unterstellt wird. Im Endeffekt implizieren diese Aussagen nämlich, dass ich mir doch gefälligst selbst aussuchen könne, welches Geschlecht ich liebe und wie viele auf einmal. Einem Homosexuellen wird es gleichzeitig abgesprochen – der kann nichts für seine Sexualität. Ich schon, ich bin ja ne blöde Hete. Ahaha.
Es ist auch okay, dass heutzutage der Trend eher in Richtung offene Beziehungen in alle Richtungen geht. Allerdings vertrete ich dabei nicht die Meinung, dass dies besonders weltoffen ist, sondern vielleicht eher sowas wie “nicht super konsequent” oder “vielleicht auch ein bisschen feige aus Angst davor, verlassen/betrogen/enttäuscht zu werden”. Man kann nicht betrogen werden, wenn es ein Betrügen im sexuellen Sinne nicht gibt. Man kann dennoch emotional betrogen oder hintergangen werden, denn was dazu gehört, ist eben aufrichtige Zuneigung und Ehrlichkeit. Was in polyamoren Beziehungen vermutlich nicht vorhanden ist, ist der “Besitzanspruch”, den man an seinen Partner hat. Vielleicht generell sogar weniger Eifersucht, aber vor allem fehlt in meiner Vorstellung davon der Gedanke, dass der Partner einem gänzlich verpflichtet ist und “nur einem selbst gehört”. Wir wissen natürlich alle, dass diese Besitzgedanken absurd und schädlich sind, aber fühlen wir doch mal alle für einen kurzen Moment in uns hinein… Denken wir nicht so? Können wir uns ganz von diesem Besitzanspruch freimachen?
Ich kann es nicht, das gebe ich ehrlich zu.
Ich möchte, dass mein Partner mein Partner ist.
Und ich finde das weder unzeitgemäß noch falsch.
Es ist meine Art der Beziehungsführung und wenn mein Partner das auf die gleiche Art und Weise sieht wie ich, dann brauche ich mir ja keine Sorgen darüber machen, dass es falsch sein könnte. Oder dass andere Menschen es falsch finden könnten.

Ich kann frei entscheiden, was ich esse, wie ich mich kleide, was ich kaufe und was nicht, ob ich mit dem Auto oder mit dem Fahrrad fahre, ob ich Kinder haben möchte oder nicht.
Aber ich kann nicht frei entscheiden, wie viele Personen ich liebe und welches Geschlecht diese haben.
Und darum möchte ich mich auch für meine Sexualität nicht rechtfertigen müssen und von einem Menschen, der das Konstrukt Liebe anders begreift als ich, nicht behandelt werden wie ein Fleischesser von einem militanten Veganer.
Ich möchte mich nicht insgeheim dafür schämen müssen, dass ich einfach nur eine Person liebe und diese auch mit keiner anderen “teilen” möchte.
Ich möchte einfach so lieben, wie ich es nun einmal tu. Denn das ist etwas, in das mir die Gesellschaft nicht reinreden darf.
Danke.

——————————————————————

Und falls jetzt irgendjemand auf die Idee kommt, mir unterstellen zu wollen, ich hätte in diesem Artikel irgendetwas gegen irgendeine Gruppe von Menschen gesagt, möchte ich mich gern noch mal davon distanzieren. Ich diskriminiere hier niemanden, mit Ausnahme vielleicht von den Menschen, die meine sexuelle Orientierung oder Beziehungsführung nicht tolerieren.