Neues in der Strickkiste

Gestern beschloss ich, hier bei WordPress ein paar Strickblogs zu suchen, da ich doch im letzten Jahr so viel Feuer gefangen habe, was das Stricken (und auch Häkeln) angeht.

Dabei bin ich auf einen Beitrag von Paperpiece gestoßen, in dem es hieß, dass der Netto mit dem schwarzen Hund ab heute Handarbeitszubehör im Sortiment hat. Obwohl ich eigentlich viel viel hätte lernen sollen, bin ich heute gleich hingefahren und habe ein paar Sachen eingekauft.
Weiterhin habe ich heute Morgen spontan das Symfonie Rundnadel-Set von KnitPro bestellt, das dank Amazon Prime morgen schon geliefert werden soll. Jetzt freue ich mich natürlich wie Bolle darauf! Problem ist nur, dass ich mich wirklich mehr auf das Lernen konzentrieren sollte, da Dienstag die Klausurenphase anfängt. 😀

Hier ein kleiner Überblick über meine Beute. Die Wolle passte mal gerade so in meinen Wollrestekoffer. Natürlich hat sie keine gute Qualität, aber nun, dann strickt man eben Dinge daraus, die nicht in erster Linie warm halten sollen 😉

Strickbeute

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Ein kreativer Jahresrückblick

2013 war mein Jahr der Wolle. Ich habe in meinem ganzen Leben nicht so viel gestrickt und gehäkelt wie im vergangenen Jahr! Bislang war es so, dass ich höchstens für Mützen oder ähnliche kleinere Teile aus mittlerer bis dicker Wolle die Motivation aufbringen konnte, sie zuende zu arbeiten – an größere Stücke habe ich mich nie herangetraut. Was im vergangenen Jahr in mich gefahren ist, kann ich gar nicht einmal mehr sagen – es mag die Langeweile in den Vorlesungen gewesen sein, die mich dazu brachte, größere Projekte anzufangen.
Und so habe ich an meinen „Strick-Dienstagen“ zum ersten Mal eine Weste gestrickt. Kein Schnickschnack, einfach ein Rücken- und zwei Vorderteile, die ich zusammengenäht habe, wobei ich für die Arme auch bloß zwei Schlitze frei gelassen habe. Der einzige Clou war, dass ich eine Art Revers an die Vorderseite gehäkelt habe, das an den unteren Enden etwas spitz zuläuft. Und in den Sommersemesterferien kam mein Großprojekt: Der Restepullover. Meine Mama hat mir eine riesige Tüte voller Sockenwollreste vermacht, die sich perfekt dafür angeboten hat. Wann hat man schon mal die Möglichkeit, einen Pullover zu stricken, ohne dafür Geld auszugeben? =)

Long story short: Mein Jahr ergab…
– 3 Schals
– 6 Mützen
– 2 Paare Handschuhe
– 1 Paar Socken
– 1 Paar Pantoffeln
– 1 Weste
– 1 Pullover
– 1 gehäkelten Korb in Fuchsoptik

Das Projekt, das ich für dieses Jahr anstrebe, ist das Spinnen von Wolle. Ich werde mir dazu demnächst eine Handspindel zulegen und es besteht sogar die Aussicht, von einem Bekannten ein Spinnrad zu bekommen. Momentan fällt es mir generell sehr schwer, die Finger stillzuhalten und stattdessen zu lernen. Aber was muss, das muss!

PS: Strickt niemals einen großen Loop-Schal im Vollpatentmuster. Niemals. Nie. Nieniemals.

Flossenwärmer

Kennt ihr das auch? Es ist Winter, euch ist kalt, da eure alten Wintersachen vielleicht zerschlissen und nicht mehr schön sind, und ihr wünscht euch, ihr hättet doch schon vorher daran gedacht, euch etwas Neues zuzlegen?
So geht es mir in jedem Jahr, wenn die Zeit anbricht, in der ich meine Pennerhandschuhe wieder raushole. Aus billigsten Material gefertigt, schon etliche Male geflickt und keinesfalls mehr wärmend.

Darum habe ich nun einfach mal  beschlossen, aus den Sockenwolleresten, die meine Mutter mir vermacht hat, ein paar schöne Handschuhe zu fertigen. Zu häkeln, um genauer zu sein. Das Stricken liegt mir dann doch nicht so sehr, als dass ich Lust gehabt hätte, die einzelnen Fingerteile mit einem Nadelspiel aus 5 Nadeln zu stricken.
Wir wollen die Handschuhe auch an dieser Stelle nicht Pennerhandschuhe nennen, sondern lieber Marktfrauenhandschuhe. Das scheint mir der offizielle Begriff zu sein für Handschuhe, deren Fingerkuppen frei sind und einen Überzieher haben, der am Handrücken mit einem Knopf befestigt wird, wenn man ihn nicht trägt.
Für gewöhnlich wird der Daumen dieser Art von Handschuhen auch nicht offen gelassen. Da sich dies jedoch hervorragend anbietet, um Zigaretten zu drehen und zu rauchen, habe ich jedoch darauf verzichtet, die Daumenkuppe zu bedecken. Muss er eben frieren, so schlimm wird es schon nicht sein!

Ich habe die Handschuhe frei Schnauze gehäkelt, jedoch habe ich mir alle einzelnen Schritte notiert, damit ich den zweiten Handschuh genau so fertigen konnte wie den ersten. Ich benutzte Sockenwolle in Stärke 2,5 – 3 und eine Nadel der Stärke 3. Hier ist also meine Anleitung, für den Fall, dass es jemand nachmachen möchte:

1) Anfertigen der Fingerteile
– Häkel eine Luftmaschenkette in der Länge des jeweiligen Fingerumfangs und schließe diese zu einem Ring.
– Häkel drei LM (Wende-LM) und wende die Arbeit.
– Häkel anschließend ein Stäbchen in jede Luftmasche der Vorreihe und schließe die Runde mit einer Kettmasche
– Häkel auf diese Weise 4 Runden und schließe die Runde ab.
– Schneide den Faden ab und knote ihn fest.

Ich habe relativ große Hände/Finger, sodass bei mir folgende Daten herauskamen:
– Kleine Finger: 13 Maschen, 4 Runden
– Ringfinger, Mittelfinger, Zeigefinger: 18 Maschen, 4 Runden
– Daumen: 20 Maschen, 3 Runden

2) Zusammenhäkeln der Fingerteile
– Häkel in die Hälfte der Maschen des kleinen Fingers Stäbchen (in meinem Fall 7).
– 1 LM
– Häkel in die Hälfte der Maschen des Ringfingers Stäbchen.
– 1 LM
– Führe dies so fort bis zum Zeigefinger; dieser wird jedoch komplett mit Stäbchen umhäkelt.
– 1 LM
– Häkel weiterhin Stäbchen in die restlichen Maschen der Fingerteile und jeweils 1 LM zwischen die Finger.
– Schließe die Runde mit einer Kettmasche = 1. Runde
– Häkel die zweite Runde normal, das heißt, ein Stäbchen in jede Masche.

3) Abnahmen
– Häkel an der Handrückenseite jedes 2.+3. Stäbchen zusammen.
– Häkel an der Handflächenseite immer 2 Stäbchen zusammen, sodass sich hier die Maschenanzahl halbiert (sollte sich herausstellen, dass deine Hand etwas breiter ist und es nicht passt, häkel auch an dieser Seite nur jedes 2.+3. Stäbchen zusammen. Also, immer anprobieren und nötigenfalls aufribbeln). = 3. Runde
– Häkel in der 4. Runde an der Handflächenseite jedes 2.+3. Stäbchen zusammen; die Handrückenseite wird normal gehäkelt.
– Häkel 2 Runden ganz normal. = 6. Runde

4) Daumen anfügen
– Häkel über die Hälfte der Runde normal, bis zur Daumenkante des Zeigefingers (also der Außenkante, an der auf der Hand der Übergang von Zeigefinger zu Daumen ist).
– Häkel 3 LM und füge dann das Daumenteil an wie die vorigen Fingerteile auch.
– Häkel auf der gegenüberliegenden Seite der 3 LM Stäbchen in jene ein und beende die Runde normal. = 7. Runde
– Häkel in der nächsten Runde bis eine Masche vor dem Daumenanfang und häkel die nächsten 5 Stäbchen zusammen.
– Umrunde den Daumen, wobei die letzten vier Stäbchen des Daumens mit dem darauf folgenden zusammengehäkelt werden.
– Beende die Runde normal. = 8. Runde
– In den nächsten vier Runden wird gleichermaßen vorgegangen, nur dass auf jeder Seite des Daumens nur 3 Stäbchen zusammengehäkelt werden. = 12. Runde

Nun wird der Handschuh ganz normal in Runden weitergehäkelt, bis die gewünschte Länge des Schaftes erreicht ist. Die Arbeit wird abgeschlossen und alle überstehenden Fäden werden vernäht, sowie die Löcher zwischen den Fingern geschlossen.

5) Der Überzieher
– Auf der Handrückenseite werden in der 3. Runde (also in der ersten mit reduzierter Stäbchenzahl) feste Maschen in jedes Stäbchen gehäkelt. Man beginnt z.B. an der Kante des kleinen Fingers und häkelt die Maschen bis zur Kante zwischen Zeigefinger und Daumen.
– Es wird anschließend eine Luftmaschenkette gehäkelt, die an der Handflächenseite um die Hand herumgelegt wird. Ich benutzte hierbei ein paar mehr als bei den festen Maschen (FM = 25, LM = 29), damit der Überzieher nicht zu straff sitzt.
– Die Runde wird wie gewohnt geschlossen.
– Häkel 10 Runden Stäbchen in jede Masche.
– In den nächsten 4 Runden werden alle 2.+3. Stäbchen zusammengehäkelt.
– Nach Beendigung der 4. Runde mit Abnahmen (insg 14. Runde) wird der Faden etwa 15cm lang abgeschnitten. Mit ihm werden die restlichen Maschen zusammengezogen und er wird auf der Innenseite vernäht, jedoch nicht abgeschnitten.

Man hat nun den Überzieher schon um die einzelnen Finger herumgehäkelt. Klappt man ihn nun auf den Handrücken, stellt man fest, dass der Fadenrest auf der Außenseite ist. Aus diesem häkelt man nun eine Luftmaschenkette, die das Knopfloch für den Knopf, zum Festmachen des Überziehers, darstellt. Achtung, Knopfgröße muss natürlich vorher bekannt sein!
Der Knopf wird nun am Schaft des Handschuhs so befestigt, dass der Überzieher nicht zu locker aber auch nicht zu strff daran befestigt werden kann.

Voilà, der erste Handschuh ist fertig! 🙂

Das sieht jetzt vielleicht alles etwas kompliziert aus, aber eigentlich ist es voll easy. Wichtig ist, dass man immer aufpasst, ob man sich gerade auf der Handrücken- oder Handflächenseite befindet, denn das macht aus, ob der Daumen am Ende auch gut sitzt. Wie man vielleicht schon durch die Anleitung erahnen kann, sitzt dieser nämlich nicht einfach an der Handkante, sondern wird leicht auf die Handflächenseite gezogen.

Und so sehen die fertigen Exemplare bei mir aus:

Ich hoffe, dass ich hiermit jemandem zum Nachmachen begeistern konnte und wenn ja, dann stehe ich natürlich auch gern zur virtuellen Hilfestellung bereit 🙂

Sommerübersicht

Ende August. Heute vor einem Monat habe ich meine letzte Klausur geschrieben. Ich wollte mir eigentlich nur eine freie Woche gönnen, bevor ich mit dem Lernen fortfahre, um für die Nachklausuren bestens vorbereitet zu sein; doch ich habe noch keinen Handschla getätigt. Ich finde allerdings auch nicht, dass mein schlechtes Gewissen die Freude über die anderen Dinge, die ich bisher getan habe, in den Schatten stellen sollte. Denn was ich in den letzten Wochen tat, war bitter nötig.
Ich war nämlich durchaus so etwas wie kreativ. Ich habe fotografiert, habe eine Foto-Fanpage auf Facebook erstellt (Likes sind sehr gern gesehen), habe einen Teddy für den Sohn meines besten Freundes/mein zukünftiges Patenkind gehäkelt, habe Journalpapier entworfen, Briefe geschrieben, weiterhin ein gar fürchterliches Accessoire gehäkelt (einen Rundschal mit integrierter Kapuze, womit ich aussehe wie ein russisches Kleinkind; noch dazu in Kotzefarben), mir viele Gedanken über meine zukünftige Reise nach Prag gemacht und häkele nun schon mal vorsorglich Handschuhe, ehe ich im Winter nicht dazu komme. Außerdem habe ich natürlich gebadet. Schließlich lebe ich am Meer, woll?

Prinzipiell gibt es da auch noch eine Übersetzungstätigkeit, die ich bis Freitag erledigt haben sollte (nichts Gezwungenes, was es nicht besser macht), für die ich mich also abgesehen vom Lernen noch motivieren muss. Aber dieser Sommer muss doch für das eigene Wohlsein genutzt werden, nichtwahr?

Ich schiebe also noch alles ein bisschen weiter auf, bastle fröhlich vor mich hin und freue mich auf die Zukunft, wobei ich die Klausuren natürlich vollends ausblende 😉