Fotos aus Kaffee

Seitdem ich im letzten Semester einen Filmentwicklungskurs an meiner Uni gemacht habe, bin ich zwar ganz wild darauf, meine Filme selbst zu entwickeln, es scheiterte jedoch seitdem grundlegend daran, dass ich mir eine digitale Spiegelreflexkamera zulegte und somit den Winter über zumeist digital fotografierte. Einige Bilder habe ich zwar auch analog gemacht, dabei jedoch den Fehler begangen, direkt vier meiner Kameras mit Filmen zu beladen und dann mit dem Knipsen nicht mehr hinterherzukommen.

 

Nun hat das neue Semester ja schon längst begonnen und ich hatte die Möglichkeit, einen weiteren Kurs zu belegen, der mein Interesse in besonderer Weise auf sich zog. Es ging hierbei nämlich um die Entwicklung von schwarz/weiß-Negativfilmen in einem sogenannten Caffenol-Entwickler. Dieser besteht schlichterweise aus Natriumcarbonat, Ascorbinsäure und…. löslichem Kaffee!
Ich habe ja schon vieles gehört, aber dass man Filme in Kaffee entwickeln kann, war mir neu. Ich war also ganz gespannt und freute mich tierisch auf den Abend im Labor.

 

Tatsächlich war alles ebenso einfach, wie es sich anhörte.
Wir hielten uns an das Rezept für die Caffenol-C-M-Lösung für mittelschnelle Filme – ich selbst benutzte den Agfa APX-100 – und mischten zuallererst das Soda in etwa 900 ml Wasser. Die Entwicklungstemperatur sollte bei etwa 20° liegen, also wählten wir die Wassertemperatur etwas geringer, da die Reaktion des Sodas mit dem Wasser doch ein wenig exoterm verläuft. Nach dem Soda kam das Vitamin C hinzu und nachdem sich auch dieses im Wasser gelöst hatte, wurde das Kaffeegranulat hinzugegeben. Über den Geruch, der sich bildete, muss an dieser Stelle kein weiteres Wort verloren werden 😀
Hinterher füllten wir den Messbecher auf 1 Liter Flüssigkeit auf und kontrollierten die Temperatur. Sie lag nun leider ein wenig über dem gewünschten Wert, aber da wir ein gut sortiertes Labor an der Uni besitzen, ließ sich eine Scheibe finden, auf der man die entsprechende Entwicklungszeit für verschiedene Temperaturen ablesen konnte, sodass im Endeffekt wieder alles stimmte.

 

Lange Rede, kurzer Sinn: Einfacher kann man einen Film wirklich nicht entwickeln. Fixieren kann man übrigens mit den handelsüblichen Fixierern.
Und hier sind ein paar Beweisfotos dafür, dass der Film nun wirklich nicht an Qualität einbüßt, wenn man ihn in Caffenol entwickelt.

 

 

 

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2 Gedanken zu “Fotos aus Kaffee

  1. Stark!! Hab das auch schon ein paar mal mit dem APX gemacht und bin begeistert:) Sehr gut gelingt das auch bei Unterbelichtung entsprechend ASA 200 bis ca. 500, man muss nur ein paar Minuten länger entwickeln

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