Das Stress-Kreativitäts-Dilemma

Die Semesterferien sind zuende. Drei Monate lang hatte ich Zeit, um all die tollen Dinge zu tun, für die ich während des Semesters keine Zeit hatte. Malen, fotografieren, lesen, schreiben, Gitarre spielen. Und was habe ich gemacht? Nüscht hab ich gemacht!
Ich gammelte und verkam, ich verbrachte Stund und Stund mit lustigen Bildchen im Internet, ohne die Motivation aufbringen zu können, etwas Schönes zu tun. Etwas, das mich fordert und glücklich macht wie es mich nun einmal glücklich macht, wenn ich etwas Kreatives zu tun habe. Ich schaute How I met your Mother und The Big Bang Theory. Ich tat nichts für mich.

Mein Problem an der ganzen Kreativität, Muße und Motivation ist – und zwar seit jeher -, dass ich aufgeschmissen bin, sobald ich kein Ziel und keinen geregelten Tagesablauf habe. Sobald es etwas zu tun gibt und ich gefordert bin, blüht meine Kreativität nur so auf und ich kann tausend tolle Dinge verrichten. Leider wirkt sich dies natürlich nie auf die wichtigen Dinge aus.
Ich sollte Referate vorbereiten, aber ich scanne lieber Fotos mit meinem neuen Superscanner ein oder setze mich an die Nähmaschine. Und so verbringe ich Tag für Tag damit, Prioritäten zu finden und eins nach dem Anderen hintenan zu stellen, bis irgendwann der wahre Zeitdruck aufkommt und ich mir denke „Verflucht, hättest du mal früher angefangen!“.
Wenn man sich die schönen Dinge jedoch für seine Freizeit aufspart und wartet, bis die wichtigen Arbeiten verrichtet sind, dann hat man entweder wieder das Problem, dass die Kreativitätskurve abfällt und man am gleichen Punkt steht wie in den Semesterferien, oder aber dass es wieder andere furchtbar wichtige Aufgaben zu bewältigen gibt, sodass man seine Freizeitgestaltung erneut zurückstellen muss.

So schiebe ich dieses ganze Dilemma meinem Charakter in die Schuhe und muss versuchen, zwischen all den wichtigen Erledigungen immer mal ein bisschen kreativ zu sein. Eine Naht am Tag, ein Foto in der Nacht.

Und nun werde ich mich um den Haushalt kümmern und danach ganz fleißig an meinen Referaten basteln.
Ja nee, ist klar.

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3 Gedanken zu “Das Stress-Kreativitäts-Dilemma

  1. Ich kann mich total gut mit deinem „Problem“ identifizieren, und ich denke, dass dies wohl nicht ungewoehnlich ist. Es geht uns allen gleich. Deshalb sprechen alle die ganze Zeit ueber Work-Life-Balance.

  2. Das nennt man Prokrastination und es ist eine Volkskrankheit. 🙂
    Du bist ja auch bei Twitter, da sieht man dann, was das für Blüten treibt. 😉
    Ich habe festgestellt, dass man die meisten Dinge immer noch rechtzeitig geregelt bekommt und man seinem Kopf einfach die spinnerten Phasen lassen sollte. Vielleicht ist dann nicht alles 24 Stunden vor der Deadline fertig oder der Brief kommt doch später raus, als gut gewesen wäre, doch am Ende gleicht sich immer alles aus. Ist zumindest ein besseres Gefühl als immer zu denken, man wäre lebensunfähig.

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