Freiheit leben, Freiheit geben

Freiheit. Wann ist man eigentlich frei?
Geboren wird man nicht frei – stattdessen ist man gebunden, mittels Nabelschnur an den Leib der Mutter. Die Schnur wird unmittelbar nach der Geburt gekappt, die Abhängigkeit bleibt. Als Menschenkind bist Du nicht in der Lage, Dich eigenständig fortzubewegen, zu sagen, was Du willst, fühlst, brauchst, liebst oder hasst. Du kannst nicht fliehen, Du kannst nicht einmal überleben. Alles musst Du lernen, abhängig, unfrei. Was Du liebst und hasst, was Du willst und brauchst, all dies wird Dir anerzogen, so lange, bis Du alt oder reif oder willig genug bist, um Dein Leben selbstbestimmt zu führen.
Sterben tut man nicht frei. Du bist gebunden, mit Deinem Geist und Deiner Seele an Deinen verfluchten Körper, der Dir immerzu Grenzen setzt. Nie kannst Du essen, was du willst, wenn Du Lebensmittelunverträglichkeiten hast. Nie kannst Du im Eis baden, weil Dein Immunsystem zu schwach ist und Du sofort eine Lungenentzündung hättest. Nie kannst Du auf Konzerten etwas sehen, weil Du einfach zu winzig bist. Und hohe Schuhe kannst Du auch nicht tragen, weil Du als Frau Schuhgröße 45 hast.

Freiheit, was bedeutet sie also?
Freiheit, die Dinge zu tun, die Du tun willst. Und was ist mit den negativen Konsequenzen? Ich kann nicht in den Laden gehen und all die schönen Dinge, die ich haben will, einfach klauen. Ich kann es schon, jedoch müsste ich dann mit einer erheblichen Strafe rechnen.

Emotionale Freiheit.
Das Wissen darüber, dass Du grenzenlos bist. Wenn Du gehen willst, dann geh. Wenn Du tanzen willst, dann tanz. Wenn Du leben willst, dann leb!

In den vergangenen Jahren fühlte ich mich sehr unfrei, eingeschränkt – und das Schlimme an dieser Situation war, dass ich sie mir selbst so geschaffen habe. Niemals sagte jemand zu mir „Lara, Du sollst Dir keine Dreads machen.“, oder „Lara, Du sollst nicht gehen, Du sollst nicht darauf hören, was Dein Herz Dir sagt.“.
Alles, was man zu mir sagte war „Lara, ich kann nicht ausschließen, dass ich mich für Dich schämen würde“. Und dass es eine weite Entfernung sei.
Eingeschränkt habe ich mich selbst. Ich habe auf meine Herzenswünsche verzichtet, um den Hausfrieden zu bewahren und ich habe niemals jemanden beschuldigt, mich einzuschränken. Die Schuld lag bei mir selbst.

Diese Bürde nehme ich mir nun selbst, aber selbst in Freiheit zu leben heißt auch, Anderen ihre Freiheiten zu geben und zu lassen. „Tu, was Du willst, denn ich tu es auch“, sage ich. Und manchmal tut es mir weh, nichts zu verlangen, außer Loyalität und Verständnis für meinen Wunsch nach Freiheit.
Doch das ist es, was „Freiheit leben“ bedeutet – Freiheit geben. Sich selbst und allen Anderen.

Der Seele den Frieden zu geben, indem ich es ihr gestatte, sich frei zu entfalten und sich von den Ketten der Vergangenheit zu lösen.
Deswegen gehe ich weg.
Freizügigkeit; gehen, wohin man möchte.
Freisein, das sagt es aus. Sich zu lösen von der Bindung, der man sich teils freiwillig, teils unfreiwillig ergeben hat.
Ergeben, nur noch sich selbst, wenn man es für nötig erachtet und nur noch Anderen, wenn man sich damit dennoch frei fühlt.
Freisein, zusammen frei sein.

Es verbleiben 21 Tage, genau drei Wochen.

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