Kohle im Blut, im Herzen Stahl

Diesertage befinde ich mich auf eifriger Wohnungssuche im hohen Norden.
Ich bin mit allen Zellen und Fasern meines Körpers auf Umzug eingestellt, auf Veränderung; ich plane schon, wo ich möglichst günstig Umzugskartons herbekomme, ob ich es schaffen werde, den Roller im Umzugswagen verstauen zu können, dass ich möglichst bald in Kiel ein Fahrrad haben möchte und was ich zur Einweihung kochen werde.

Und mit jedem Tag wird mir mehr und mehr bewusst, dass es doch nicht so einfach ist, alles hinter sich zu lassen.

Ich lebe im Pott und der Pott ist mein Leben. Ich bin hier geboren, aufgewachsen, kenne jede Ecke Dortmunds, die meisten Ecken Hernes und viele andere Ecken, die mir am Herzen liegen.
Bevor ich wegziehe, möchte ich gern noch so viele Dinge machen… Ich möchte in all die Clubs gehen, in denen ich bisher aus ungeklärten Gründen nicht war, ich möchte von einer Brücke in den Rhein-Herne-Kanal springen und damit meine Höhenangst überwinden… Ich möchte einen Teil meiner Kindheit zurückerlangen, bevor ich erwachsen sein muss.

Und es ist auffällig, wie sehr ich momentan darauf bedacht bin, alles zu sammeln, was meine Liebe zu diesem wunderschönen Pott ausdrückt. Als ich letzte Woche Samstag Gratispostkarten sah, auf denen „I ❤ Dortmund“ steht, habe ich nicht nur eine davon mitgenommen, sondern einen ganzen Haufen! Wenn es nach mir ginge, würde ich mir einen Förderturm und die Unionbrauerei in meine zukünftige Wohnung stellen. Oder das alte Hoeschgelände mitnehmen – die Chinesen haben es vorgemacht 😉

Ich werde niemals leugnen können, dass ich aus Kohle und Stahl entsprungen bin. Und ich werde es auch niemals wollen.

Ich weiß nicht, was die Zeit im Norden mir bringen wird; ich kann nur versichern, dass ich nicht daran zweifle, es zu wollen.
Aber ich zweifle ebenso nicht daran, dass ich zurückkehren werde, hierhin, in meinen Pott.

Noch 63 Tage. Mindestens oder maximal, das wird sich bald herausstellen.

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6 Gedanken zu “Kohle im Blut, im Herzen Stahl

  1. Er singt zwar eigentlich über Düsseldorf, aber die Romantik passt:

    „Trag mich zurück zu dir
    bringt mich zum Beton.
    Legt mich auf dem Asphalt
    dem Boden von dem ich komm.
    bettet mich in grauen Staub
    lasst mich hier allein.
    Die Lichter aus meiner Stadt
    mein Heiligenschein.“
    [aus: Broilers – Zurück zum Beton]

  2. Hmm gerade über Andrés Seite hereingestolpert. Bei mir läufts zur Zeit genau andersrum. 24 Jahre Schleswig und jetzt Essen. Viel Glück! 😉

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