Regen, Mikrokosmos und Wolken aus Zuckerwatte

Nein, ich nehme keine Drogen.

Ich trinke Kaffee, schon den ganzen Tag, wie jeden Tag. Rauche Zigaretten im Abstand von durchschnittlich einer bis eineinhalb Stunden. Zwirble meine Haare, oft, manchmal ununterbrochen, bis mir etwas Sinnvolleres einfällt, was ich mit meinen Fingern und/oder Haaren anstellen kann.
Und draußen ist unentwegt schlechtes Wetter.

Seit mehr als einer Woche steht meine Kamera griffbereit neben mir. Ich müsste nur einen Film einlegen und hinaus in die sonnige weite Welt springen. Aber die Kamera ist nicht wasserdicht und Fotos von grauen Himmeln und nassen Autos sind auch nicht das, was ich mir unter Kunst vorstelle. Sicher hat es was… Aber dann lieber in schwarz/weiß und darin bin ich nicht bewandert.

Der Kopf tut weh vom vielen Nachdenken. Vielleicht sollte ich mehr Kaffee trinken? Nein, daran kann es nicht liegen.

Es ist diese ständige Freizeit, die mir Kopfschmerzen bereitet. Ich könnte so viel machen, aber dazu fehlt ja immerzu irgendetwas, angefangen beim Wetter.
Plötzlich hatte ich ein Bild vor meinem geistigen Auge: Wolken aus rosa Zuckerwatte. Fragt mich nicht, wie ich darauf gekommen bin. Ich könnte also ein Bild malen, vielleicht mal wieder mit Wasserfarben – meine Acrylfarben sind leider eingetrocknet. Aber was passt zu Wolken aus rosa Zuckerwatte? Einhörner? Die kann ich nicht zeichnen. Bonbons und Eis, Lollies und kandierte Äpfel. Das perfekte Bild für meine zukünftige Küche in meiner zukünftigen Wohnung. Pastellfarbene Muffins vielleicht.
Aber in Wasserfarbe? Das würde vielleicht eine gute Vektorgrafik abgeben, worin ich allerdings auch nicht bewandert bin und zudem ist mir das alles zu mädchenhaft und kitschig.

Und so sitze ich fest in meinem Mikrokosmos, in dem ich wie immer nicht weiß, was ich tun soll.
Ich könnte für die mündliche Prüfung lernen, aber irgendwie fehlt es mir an Motivation. Ich brauche ein bisschen Freude, bevor ich mich der lästigen Arbeit widmen kann.

Ich möchte nach Prag… Ich möchte mein Geld ausgeben für Second Hand Schmuck und Kleidung, am besten nur Schmuck… Kitsch.

Vielleicht habe ich bald einen Job. Und dann habe ich Geld. Geld, was ich nicht ausgeben darf, weil ich es für die Zukunft anlegen muss. Urlaub? Pff! Ohne Unterbrechung arbeiten und abschuften, vom Abitur bis zum Studium. Urlaub? In 10 Jahren vielleicht.

Mein Mikrokosmos ist ein Arschloch.

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