Was macht die Menschen so…

… ja, wie soll man es ausdrücken? Faszinierend, verblüffend, außergewöhnlich, „anders“?

Ich denke, jeder von uns kennt einen oder mehrere Menschen, von denen man behaupten mag, sie seien einfach mit Adjektiven wie obigen zu beschreiben. Wenn man dann aber nachfragt, wieso diese Menschen so sind, dann erntet man zumeist nichts Anderes als überraschte Blicke, ein scheues Lächeln und Worte wie „Na ja, das ist eben einfach so.“.

Doch was genau ist es, was manche Menschen so besonders macht?

Betrachtet man diese Menschen einmal näher, dann fällt auf, dass sie entweder eine Sache besonders gut können oder dass sie viele Dinge mittelgut beherrschen, was uns in dem Moment allerdings egal ist, weil wir es einfach bewundern, wie kreativ oder einfach universell diese Personen sind.
Nehmen wir das Beispiel eines jungen Mädchens, Anfang 20, modelt im Fetischbereich, legt als DJane auf, fotografiert selbst und ist freie Mitarbeiterin bei einem Magazin. Dieses Mädchen hat bis auf den Realschulabschluss in ihrem Leben noch nichts gelernt, kann sich mit diesen Jobs aber durchaus gut über Wasser halten und sich den kleinen Luxus hier und da erlauben.

Woran liegt es also, dass solche Menschen von allen Seiten bewundert werden, dass jeder sie kennt?

Ich kann auch Dinge, die viele Frauen in meinem Alter sicher nicht können. Ich kann stricken, häkeln, nähen; ich bin eine gute Köchin und Muffin-Bäckerin; ich schreibe Poesie und bin interessiert an Bildbearbeitung, nicht zuletzt seitdem ich selbst hier und da als Hobby Fotos von mir schießen lasse, mit denen ich zwar noch kein Geld verdient habe, aber immerhin viele Komplimente.

Und wer weiß es? Niemand.

Und da sind wir auch schon an dem Punkt angelangt, von dem ich denke, dass er entscheidend ist für die „Popularität“ mancher Menschen: Die Präsenz im Massenmedium Internet (ich nenne es auch gern Massenprostitution).

Jeder weiß, dass und das Web 2.0 völlig vereinnahmt hat, dass jeder junge Mensch auf irgendwelchen Onlinepräsenzen wie StudiVZ, Facebook, Twitter etc. angemeldet ist und es gibt viele dieser Personen, die ihre eigene Blogseite haben oder etwa eine völlig eigene Website.
Dort können sie sich alle mit den schönen Dingen brüsten, die sie so draufhaben – die einen mit Fotografie, die anderen mit Literatur, die meisten mit ihrem Körper.
Seht mich an, ich bin sexy und begehrt.
Und ständig frage ich mich, wieso mein Blog so wenige Leser hat. Mein Freund sagt immer: „Schreib doch etwas Interessantes über die Dinge, die du so machst! Mach Fotos davon, wie du dir die Haare färbst und erzähl von deinen Erfahrungen mit Henna oder Haarseife!“
Und in gewisser Weise hat er ja recht.

Aber dann muss man sich wieder überlegen, weshalb man die Beachtung der breiten Masse haben möchte.
Möchte man bloß auffallen mit dem, was man darstellt oder möchte man mit seinem Charakter, seinem Intellekt und seiner Ideologie, einfach mit seinen Worten, die Welt verändern?

Und so stelle ich fest, dass es mir nicht darum geht, dass die Menschen mich „anders“ oder faszinierend finden, weil ich etwas darstelle, sie aber nicht einmal wissen, was es ist.
Es geht mir vielmehr darum, dass die Menschen mich interessant und verblüffend und außergewöhnlich finden, weil sie sagen können: „Das ist Lara, sie hat so sehr ihren eigenen Kopf.“.

Und so muss ich mich damit abfinden, dass mein Blog nur wenige Leser hat – zumeist Freunde – und mir selten jemand einen Kommentar schreibt.
Aber so weiß ich doch zumindest, dass ich mich nicht mit dem prostituiere, was ich gern darstellen möchte.
Und irgendwann, ja irgendwann, da wird der Tag kommen, an dem ich doch mit meinen Worten die Welt ein kleines bisschen verändern kann 🙂

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