Alles zerbricht, meine Mauern stehen.

Gestern rief mich mein bester Freund an, erzählte mir, dass seine Freundin ihn verlassen hatte. Mein bester Freund, mein Bruder, ein Teil meiner Seele, meines Herzens, nicht mehr und nicht weniger wert als ich selbst, aber wenn ich mich entscheiden müsste, dann doch eher mehr. Ja, er ist jemand, für den ich jederzeit sterben würde. Kein Wunder also, dass es mir sehr nahe ging, als er mir dies erzählte.

Ich fühlte mich wieder in meine eigene Situation versetzt, die ich vor einigen Monaten durchlebte und wie auf Abruf – wobei ich ebensogut auf Zufall plädieren könnte – hatte ich in der verganenen Nacht einen Traum, der mich ebenfalls wieder in die Situation zurückversetzte, die mich mit einem mehrfach gebrochenen Herzen zurückgelassen hatte.
Ich hatte lang nicht mehr diese Träume, in denen ich hoffnungslos immer und immer wieder meiner Niederlage ausgesetzt war; in diesen Träumen stand er mir immer gegenüber als eine fleischgewordene Perfektion von Geist und Körper, alles was ich je begehrte, die erste große Liebe. Der letzte Traum sollte mit dem Tod enden – ich versuchte mich umzubringen -, einem klassischen emotionalen Neuanfang laut Traumdeutung, doch leider gelang es mir nicht, diesem ewigen Verlust, diesem Film, der noch und nöcher abgespielt wird, zu entkommen.

Doch die vergangene Nacht zeigte mir, dass es doch anders geht, dass der Spuk endlich vorüber ist und die Filmrolle mit dem Drama meiner jungen Liebe endgültig in die Hölle verbannt worden ist. Denn in diesem Traum, da habe ich mich zum ersten Mal widersetzen können, habe ihn für hässlich und unwürdig befunden, habe weggeschaut, als mein Zug an ihm vorbeifuhr und er mich mit den Augen ansah, denen ich mich noch niemals zuvor widersetzen konnte. Ein Ekel überkam mich, es war vorbei.

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